Im Herzen
des Holzlandes

Waldfest Kühns Höhe

Seit September 1990 wird das Waldfest “Kühns Höhe” jährlich gefeiert. Von Weißenborner Kulturfreunden initiiert erfreut sich das Fest großer Beliebtheit. Dabei sind immer die verschiedenen Vereine der drei Gemeinden Weißenborn, Bad Klosterlausnitz und Tautenhain.

Zum historischen Ursprung: Die Wegwarte (siehe Foto) entstand zu Ehren einem der ersten Urlauber von Bad Klosterlausnitz. Als 1880 in Klosterlausnitz das Erholungswesen seinen Anfang nahm, war der Altenburger Ministerial-Assessor Julius Kühn unter den Entdeckern dieser Gemeinde als Urlaubsparadies.
Seit dieser Zeit gehörte er zu den beständigen Besuchern des Holzlandes. Beredten Ausdruck darüber gibt die Meldung seines Todes im Jahre 1916 im “Bote für den Wetskreis”, der Zeitung für das Holzland. Hier hieß es: “In Altenburg starb... Herr Geheimer Rat a.D. Julius Kühn im hohen Alter von 84 Jahren. Der Verstorbene war in unserem Klosterlausnitz eine allgemein bekannte, beliebte geschätzte Persönlichkeit, hat er doch alljährlich, und zwar 36 Jahre lang, mit seinen Angehörigen in Sommerfrische hier geweilt. Durch das für ihn geschaffene Erinnerungszeichen, die Kühns Höhe, wird sein Name in unserem Ort fortleben.”
Wie bekannt ist, war Kühn ein eifriger Pilzsucher. Seine Enkelin erinnerte sich, daß er immer fündig war, aber nicht mal dem Sohnemann seine Pilzflecken verriet. Wie die Quellen sagen, was Kühn ebenfalls ein Mann der Dichtkunst, di er allerdings nur für sich im stillen oder anläßlich von Festlichkeit ausübte.
Auch eine Marotte hatte der damals schon ältere Herr, er fuhr nicht mit der Eisenbahn (das Holzland wurde 1876 mit dem Bahnhof Hermsdorf-Klosterlausnitz an den Eisenbahnverkehr angeschlossen). Kühns Erlebniswelt war der Landauer, ein viersitziger Pferdewagen! “He! Kutscher die Rappen angespannt! Mich ziehts hinaus in das waldige Land...” war die Reisedevise Kühns, wie er selbst reimte.

Wie sehr es Julius Kühn jährlich nach Klosterlausnitz zog, zeigen Verse, die er anläßlich seiner 25.Wiederkehr im Jahre 1905 niederschrieb und sich seiner Aufenthalte in diesem Ort in dritter Person erinnert:


“Sie haben, was sie gesucht gefunden:
Viel unvergeßliche heitere Stunden,
Viel Leute, die fürs ganze Leben
ihnen in treuer Freundschaft ergeben,
Ich bekenne dies gern und sage es offen
Und glaube, ich das Richtige getroffen!”


Als sich im Jahre 1989 der immer stärkere Verfall dieses Wanderausflugszieles abzeichnete, entschlossen sich die Weißenborner Kulturfreunde Hand anzulegen.

Innerhalb weniger Monate wurde 1990 die Wanderhütte wieder auf Vordermann gebracht.

Als bereits konkrete Planungen vorlagen, erhielt der damalige Bürgermeister von Bad Klosterlausnitz ein Schreiben der Urenkelin von Julis Kühn, Lore Weiß aus Gera. Sie fragte an, was mit der Ruine eigentlich geschehen solle. Das war ein zusätzlicher Ansporn, weitere Aktivitäten zu entfalten.
So ging die ehrenamtliche Arbeit im Frühjahr 1990 los und konnte bereits im September abgeschlossen werden.
Am 28.Oktober 1990 kam es zur Wiedereinweihung. In der Eröffnungs-Festrede regte Dr.Uwe Träger damals an, alljährlich an diesem Ort ein Kulturfest im Spätsommer stattfinden zu lassen. Bei den drei anliegenden Gemeinden fand diese Idee großen Anklang. Seither bildet das Waldfest einen festen Bestandteil im Veranstaltungskalender des Landkreises.

(Zusammengetragen von Dr.Uwe Träger)



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